Übungsbogen 14: Navigation, Seerecht, Seemannschaft und Wetter – Dein Weg zum sicheren Skipper
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren spannenden Folge unseres SKS-Hörbuchs! Heute tauchen wir gemeinsam ein in die Welt der Navigation, des Seerechts, der Seemannschaft und des Wetters. Stell dir vor, du bist der Skipper deines eigenen Bootes, bereit, die Leinen loszuwerfen und neue Horizonte zu erkunden. Doch bevor wir ablegen, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten, die deinen Törn nicht nur sicherer, sondern auch entspannter machen.
Wir beginnen unsere Reise mit der Navigation, denn ohne zu wissen, wohin wir fahren und wie wir dorthin gelangen, wäre jeder Törn ein Blindflug ins Ungewisse. Dann werfen wir einen Blick auf die Regeln der hohen See, das Seerecht, das uns hilft, Kollisionen zu vermeiden und mit anderen Schiffen harmonisch auszukommen. Danach wenden wir uns der Seemannschaft zu, den praktischen Fertigkeiten, die dich zum kompetenten Skipper machen. Und schließlich schauen wir uns das Wetter an, denn die Natur ist unser größter Verbündeter – oder unser größter Gegner. Also, lehn dich zurück, stell dir das sanfte Schaukeln des Bootes vor und lass uns gemeinsam in dieses Abenteuer eintauchen.
Der Kompass, die Karte und der elektronische Helfer – Navigationswissen für den Törn
Stell dir vor, du stehst am Kartentisch deiner Yacht, die Seekarte vor dir ausgebreitet. Ein frischer Kaffee dampft daneben, während du den Kurs für den nächsten Schlag planst. Doch bevor du überhaupt die Leinen loswirfst, gibt es eine grundlegende Frage: Sind deine Navigationsunterlagen auch wirklich auf dem neuesten Stand? Das ist absolut entscheidend, denn veraltete Seekarten oder Seebücher können dich in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Du musst vor Reiseantritt immer sicherstellen, dass deine Seekarten und Seebücher vollständig sind und auf den neuesten Stand berichtigt wurden. Neue Untiefen, geänderte Fahrwasser, ausgefallene Leuchtfeuer – all das muss in deinen Unterlagen vermerkt sein, um deine Sicherheit zu gewährleisten. Das ist wie das Update deines Navigationsgeräts im Auto, nur viel wichtiger, denn hier geht es nicht nur um eine verlorene Stunde, sondern um Leib und Leben.
Und apropos Berichtigung: Stell dir vor, du bist in britischen Gewässern unterwegs und deine dortigen Seekarten müssen berichtigt werden. Die deutschen "Bekanntmachungen für Seefahrer" erfassen diese Karten nicht. Was tust du? Ganz einfach: Für britische Seekarten gibt es die speziellen "Notices to Mariners", die du regelmäßig konsultieren musst. Das ist die Quelle für alle wichtigen Änderungen in diesen Gebieten.
Manchmal hast du nur ein einziges markantes Objekt in Sicht, zum Beispiel einen einsamen Leuchtturm am Horizont. Wie kannst du jetzt deine genaue Position bestimmen? Es gibt zwei bewährte Methoden: Du kannst den Leuchtturm peilen und gleichzeitig seinen Abstand bestimmen, etwa über das Radar oder, wenn das Leuchtfeuer in der Kimm verschwindet, über die Höhe des Feuers. Oder du kombinierst eine Peilung mit einer Lotung, also der Messung der Wassertiefe. Mit diesen beiden Werten in der Hand und einer guten Seekarte kannst du deinen Standort recht genau einkreisen – eine klassische Methode, die auch in Zeiten modernster Elektronik ihren Wert behält.
Apropos Elektronik: GPS, das Global Positioning System, ist heute fast überall Standard. Es ist unser treuer Begleiter, der uns auf den Meter genau sagt, wo wir sind. Aber wir haben noch einen weiteren elektronischen Helfer an Bord, der uns einen Blick in die Zukunft ermöglicht und vor potenziellen Kollisionen warnt: das AIS. Stell dir vor, du segelst bei Nacht durch eine belebte Schifffahrtsstraße. Um dich herum ist nur Dunkelheit, aber auf deinem Plotter siehst du plötzlich die Positionslichter und Umrisse aller Schiffe in deiner Nähe. Namen, Kurse, Geschwindigkeiten – alles auf einen Blick. Das ist AIS, das Automatic Identification System. Doch wann kannst du dich wirklich darauf verlassen, dass alle anderen Schiffe auch angezeigt werden? Die Antwort ist komplexer, als es scheint. Ein Schiff wird nur angezeigt, wenn es selbst ein AIS-Signal sendet. Das bedeutet, es muss damit ausgerüstet sein und das System darf nicht abgeschaltet sein. Ein Kapitän darf sein AIS nur in ganz bestimmten, zwingenden Gründen abschalten. Außerdem muss das GPS des sendenden Schiffes aktiv sein. Und nicht zuletzt: Bei sehr hohem Schiffsaufkommen in einem Seegebiet, einem sogenannten "target overflow", kann es vorkommen, dass aus Kapazitätsgründen nicht alle Fahrzeuge angezeigt werden. AIS ist ein fantastisches Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Es ersetzt nicht deine Augen und Ohren und schon gar nicht deine Wachsamkeit.
Ein weiteres wichtiges Instrument an Bord ist der Magnetkompass. Er zeigt uns auch dann die Richtung an, wenn alle elektronischen Geräte ausfallen. Doch der Magnetkompass ist empfindlich. Er reagiert auf magnetisierbares Material in seiner Nähe. Deswegen ist es eine eiserne Regel: Metallische Gegenstände, Lautsprecher oder auch Handys müssen einen Mindestabstand von einem Meter zum Magnetkompass halten. Sonst wird die Anzeige verfälscht, und dein Kurs stimmt nicht mehr.
Manchmal führt uns unsere Reise auch in die Nähe von Brücken. Brücken, besonders bewegliche, haben oft spezielle Signale. Wo findest du heraus, was die verschiedenen Brückensignale bedeuten? Ganz einfach: in den See- und Hafenhandbüchern und natürlich in den Seekarten. Dort sind die Symbole und ihre Bedeutung genau erklärt. Und wenn es um Sperr- und Verbotsgebiete geht, die für die Sportschifffahrt tabu sind, dann findest du diese ebenfalls in den Seekarten, aber auch in den Bekanntmachungen für Seefahrer, kurz BfS, und in den Nautischen Warnnachrichten, den NWN. Diese Publikationen sind deine Navigationsbibeln, die dich sicher durch jedes Revier führen.
Zum Schluss noch ein Blick auf die Gezeiten. Die Gezeitenströme können unseren Törn erheblich beeinflussen. Kennst du die Begriffe "Nippzeit" und "Springzeit"? Zur Springzeit, wenn Sonne und Mond in einer Linie stehen, sind die Gezeitenströme deutlich stärker als zur Nippzeit. Das kann einen großen Unterschied machen, besonders wenn du gegen den Strom ankämpfen musst oder von ihm mitgerissen wirst. Dieses Wissen hilft dir, deine Routenplanung entsprechend anzupassen und die Strömung zu deinem Vorteil zu nutzen.
Die Regeln der Straße – Seerecht für sicheres Miteinander
Nachdem wir nun wissen, wo wir sind und wohin wir wollen, müssen wir uns den Regeln des Miteinanders auf See widmen. Das Seerecht ist wie die Straßenverkehrsordnung, nur eben auf dem Wasser. Es sorgt dafür, dass jeder weiß, wie er sich gegenüber anderen Fahrzeugen verhalten muss.
Beginnen wir mit einer wichtigen Frage: Gilt das MARPOL-Übereinkommen, das die Meeresverschmutzung regelt, auch für Sportfahrzeuge? Die Antwort ist ein klares Ja! MARPOL gilt grundsätzlich für alle Schiffe, und dazu gehören eben auch Sportboote. Das bedeutet, wir alle tragen Verantwortung für den Schutz unserer Meere und müssen uns an die Vorschriften zur Abfallentsorgung und Vermeidung von Verschmutzungen halten.
Stell dir vor, es ist Dämmerung in der Nordsee, du bist in der Zufahrt zur Jade unterwegs. Plötzlich siehst du einen riesigen Tanker, der zunächst seine normalen Fahrtlichter zeigt. Doch kurze Zeit später erscheinen zusätzlich drei Lichter senkrecht übereinander: rot-weiß-rot. Was bedeutet das für dich? Dieser Tanker kennzeichnet sich als manövrierbehindertes Fahrzeug, sobald er in den Geltungsbereich der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, kurz SeeSchStrO, einfährt. Er ist somit ein Wegerechtschiff. Das hat eine ganz klare rechtliche Bedeutung: Im Falle einer Kollisionsgefahr musst du diesem Tanker ausweichen. Seine Manövrierfähigkeit ist eingeschränkt, und es liegt in deiner Verantwortung, einen sicheren Abstand zu halten und das Ausweichmanöver frühzeitig einzuleiten.
Und wenn du ein Ausweichmanöver eingeleitet hast, wie verhältst du dich dann? Es ist nicht damit getan, einmal den Kurs zu ändern. Der Erfolg deines Manövers muss laufend überprüft werden, und zwar so lange, bis das andere Fahrzeug klar passiert ist. Das bedeutet, du beobachtest weiterhin das andere Schiff, um sicherzustellen, dass keine neue Kollisionsgefahr entsteht und dein Manöver den gewünschten Erfolg hat.
Apropos Ausweichen: Welchen Fahrzeugen muss eine Motoryacht eigentlich ausweichen? Die Liste ist lang und wichtig: Du musst manövrierunfähigen Fahrzeugen, manövrierbehinderten Fahrzeugen, fischenden Fahrzeugen und Segelfahrzeugen ausweichen. Und unter Umständen auch einem anderen Maschinenfahrzeug, je nach der jeweiligen Situation und den Ausweichregeln. Es ist wie eine Hierarchie auf dem Wasser, und du als Skipper einer Motoryacht stehst in der Regel am unteren Ende dieser Hierarchie.
Was passiert aber, wenn Segelfahrzeuge in einem Fahrwasser der SeeSchStrO untereinander ausweichen müssen, aber nicht deutlich der Richtung des Fahrwassers folgen? In diesem Fall haben sie untereinander nach den Regeln der KVR, der Kollisionsverhütungsregeln, auszuweichen. Ganz wichtig dabei ist, dass sie dadurch keine vorfahrtberechtigten Fahrzeuge gefährden oder behindern dürfen. Diese Fahrzeuge haben immer Vorrang.
Manchmal möchtest du vielleicht außerhalb eines Fahrwassers fahren, um zum Beispiel eine Abkürzung zu nehmen oder eine bestimmte Anlegestelle zu erreichen. Wenn du außerhalb eines Fahrwassers fährst, musst du ganz klar erkennbar machen, dass du das Fahrwasser nicht benutzt. Das dient der Sicherheit und der Klarheit für andere Schiffe, die sich im Fahrwasser befinden.
Und noch ein letztes Signal aus dem Seerecht, das du kennen solltest: Stell dir vor, du bist auf einer Revierfahrt und siehst an Land ein Signal: schwarze Signalkörper, die darauf hinweisen, dass eine außergewöhnliche Schifffahrtsbehinderung vorliegt. Was bedeutet das? Es ist eine Warnung, dass du in diesem Bereich besonders vorsichtig sein musst. Und nachts? Statt der schwarzen Signalkörper siehst du dann Rundumlichter, die rot-rot-grün senkrecht übereinander angeordnet sind. Diese Lichterfolge signalisiert ebenfalls eine außergewöhnliche Schifffahrtsbehinderung und fordert dich zu höchster Wachsamkeit auf.
Die Kunst des Segelns – Seemannschaft für jeden Törn
Nachdem wir die Regeln verstanden haben, wenden wir uns nun der praktischen Seite des Segelns zu: der Seemannschaft. Hier geht es um das Handwerk, die Technik und die Sicherheit an Bord.
Stell dir vor, du bist bei schwerem Wetter unterwegs und näherst dich einer Leeküste. Warum kann das für eine Segelyacht so gefährlich werden? Eine Leeküste ist eine Küste, auf die der Wind direkt bläst. Wenn der Wind stark ist und die See rau, kann es passieren, dass deine Yacht sich nicht mehr freikreuzen kann, also nicht mehr gegen Wind und Wellen ankommt, um von der Küste wegzukommen. In diesem Fall droht eine Strandung, eine der schlimmsten Situationen, in die ein Segler geraten kann. Daher ist es entscheidend, eine Leeküste bei schwerem Wetter zu meiden oder frühzeitig abzudrehen.
An Bord hast du Automatikrettungswesten. Diese Lebensretter müssen im Ernstfall einwandfrei funktionieren. Worauf musst du achten? Auf regelmäßige Wartung! Die Wartungsfälligkeit erkennst du an der farbigen Serviceplakette. Überprüfe diese Plakette regelmäßig, um sicherzustellen, dass deine Westen immer einsatzbereit sind.
Das Ankern ist ein grundlegender Bestandteil des Seglerlebens. Doch damit es sicher funktioniert, muss die gesamte Crew eingewiesen sein. Warum? Damit jeder den Anker sicher ausbringen und einholen kann. Im Notfall muss jeder an Bord wissen, wie das Ankergeschirr funktioniert, um schnell und effektiv reagieren zu können.
Und wie erkennst du, ob dein Anker auch wirklich hält? Das ist eine der wichtigsten Fragen nach dem Ankerwurf. Du kannst es an verschiedenen Anzeichen erkennen: Prüfe die Vibration von Kette oder Trosse – ein leichtes Ruckeln ist normal, ein starkes Vibrieren kann auf ein Schleifen des Ankers hindeuten. Achte auf das Einrucken des Ankers, wenn er sich richtig im Grund vergräbt. Führe wiederholte Peilungen zu festen Landmarken durch, um zu sehen, ob sich deine Position verändert. Wenn du ein GPS an Bord hast, schalte unbedingt die Ankeralarmfunktion ein. Sie warnt dich, sobald du einen voreingestellten Radius um deine Ankerposition verlässt.
An Bord ist auch Kleinmaterial und Kleinwerkzeug unverzichtbar. Was sollte immer griffbereit sein? Denk an Zeisinge, das sind kurze Leinenstücke zum Festbinden, Bändselwerk für schnelle Reparaturen, Tape, Reserveschäkel für den Fall, dass mal einer kaputtgeht oder verloren geht, einen Schäkelöffner, ein Bordmesser und eine Kombizange. Diese kleinen Helfer können in vielen Situationen Gold wert sein.
Manchmal killt das Unterliek deines Vorsegels. Das bedeutet, es schlägt und flattert im Wind, obwohl es dicht geholt ist. Was ist die Ursache dafür? Meistens liegt der Holepunkt der Schot zu weit vorne. Wenn der Holepunkt zu weit vorne ist, zieht die Schot das Segel zu stark nach unten, und das Unterliek wird nicht richtig gespannt. Das Segel verliert seine optimale Form und Effizienz.
Wenn du ein neues Boot kaufst, wirst du vielleicht auf das CE-Zeichen stoßen. Was bedeutet der Begriff "Kategorie" im Zusammenhang mit diesem Zeichen für Wassersportfahrzeuge? Die Kategorie gibt an, in welchem Fahrgebiet, bis zu welcher Windstärke und bis zu welcher charakteristischen Wellenhöhe das Fahrzeug sicher betrieben werden kann. Das ist eine wichtige Information des Herstellers, die dir hilft, die Grenzen deines Bootes zu kennen und nicht zu überschreiten.
Nachdem wir die Maschine angelassen haben, gibt es einige wichtige Kontrollen, die du durchführen solltest. Achte auf den Kühlwasserdurchlauf – kommt ein kräftiger Strahl hinten raus? Überprüfe Öldruck und Ladung der Batterie auf den Anzeigen. Horche auf ungewöhnliche Motorengeräusche und beobachte die Farbe und Dichte der Auspuffgase. All das gibt dir Aufschluss über den Zustand deines Motors und hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Und schließlich, bevor du das Großsegel setzt: Was gibt es zu beachten? Und welche Gefahr besteht, wenn der Wind von vorne kommt? Stelle sicher, dass Großschot und Baumniederholer ausreichend Lose haben. Das Großfall muss frei laufen und darf nicht vertörnt sein, damit das Segel reibungslos hochgezogen werden kann. Und die Gefahr? Solange der Wind von vorne kommt, besteht die Verletzungsgefahr durch einen schlagenden Großbaum. Ein unkontrollierter Schwenk des Baumes kann sehr gefährlich sein, daher ist Vorsicht geboten, bis das Segel gesetzt und dichtgeholt ist.
Der Himmel über uns – Wetterkunde für Segler
Zum Abschluss unserer heutigen Reise widmen wir uns dem Wetter, dem ständigen Begleiter und manchmal auch Herausforderer auf See. Das Wetter zu verstehen, ist für jeden Skipper von größter Bedeutung.
Hast du schon einmal einen Halo um die Sonne oder einen Hof um den Mond gesehen? Das sind faszinierende optische Phänomene, die eine ganz bestimmte Bedeutung für die Wetterentwicklung haben. Sie entstehen durch feine Eiskristalle in hohen Wolken, meist Cirrostratus. Diese Wolken sind oft die Vorboten eines Wolkenaufzugs, der Niederschlag und eine allgemeine Wetterverschlechterung mit sich bringen kann. Wenn du also einen Halo oder Hof siehst, sei aufmerksam – das Wetter könnte sich bald ändern.
Wie weht der Wind eigentlich über See in Bodennähe um ein Tiefdruckgebiet? Und mit wie viel Grad Änderung in der Windrichtung musst du etwa rechnen? Über See weht der Wind nicht parallel zu den Isobaren, den Linien gleichen Luftdrucks, sondern er ist rückgedreht und weht in das Tief hinein. Das liegt an der geringeren Reibung über Wasser im Vergleich zum Land. Du kannst mit einer Windrichtungsänderung von etwa ein bis zwei Strich, also etwa 10° bis 20°, rechnen. Dieses Wissen hilft dir, die Windrichtung um ein Tiefdruckgebiet besser einzuschätzen.
Stell dir vor, du segelst mit deiner Yacht raumschots, also mit dem Wind schräg von hinten. Nach der nächsten Tonne musst du anluven, also dich mehr gegen den Wind drehen. Wie wird sich die wahre Windgeschwindigkeit auf deinem Windmesser oder Anemometer entwickeln? Sie bleibt unverändert. Die wahre Windgeschwindigkeit ist die tatsächliche Geschwindigkeit des Windes über Grund. Was sich ändert, ist der scheinbare Wind, den du an Bord spürst, aber nicht die wahre Windgeschwindigkeit selbst.
Du planst einen Törn in einem für dich fremden Küstenrevier. Wie kannst du dich über die mittleren Windverhältnisse für bestimmte Jahreszeiten oder Monate informieren? Hier helfen dir die entsprechenden Hafen- und Revierführer. Dort findest du oft detaillierte Informationen zu den vorherrschenden Winden in verschiedenen Monaten. Auch spezielle Monatskarten können dir hier wertvolle Aufschlüsse geben.
Und zum Schluss noch ein Phänomen, das du in Küstennähe beobachten kannst: Welcher Seegang ist in Lee kleiner Inseln zu erwarten? In Lee, also auf der dem Wind abgewandten Seite einer Insel, erwartet man oft eine sogenannte kreuzlaufende See. Diese ist meist kurz und kabbelig, da die Wellen, die um die Insel herumgelaufen sind, von verschiedenen Richtungen aufeinandertreffen und sich überlagern. Das kann für ein Boot sehr unangenehm werden und erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Dein sicherer Törn in greifbarer Nähe
Da haben wir es! Eine Fülle an Wissen, die dich auf deinem Weg zum sicheren Skipper begleitet. Von der sorgfältigen Vorbereitung deiner Navigationsunterlagen über das Verständnis der Regeln auf See und die Beherrschung der Seemannschaft bis hin zur Interpretation der Wetterzeichen – all diese Elemente sind untrennbar miteinander verbunden und bilden das Fundament für einen erfolgreichen und sicheren Törn.
Denk immer daran: Wissen ist Macht, besonders auf See. Je besser du vorbereitet bist, desto souveräner kannst du mit unerwarteten Situationen umgehen. Segeln ist eine ständige Lernreise, und jede neue Erfahrung macht dich zu einem besseren Skipper. Nimm diese Erkenntnisse mit auf deine nächste Fahrt, verinnerliche sie und übe sie. Die See wartet auf dich, und mit diesem Wissen bist du gut gerüstet, um ihre Herausforderungen zu meistern und ihre Schönheit in vollen Zügen zu genießen.
Vielen Dank, dass du heute wieder dabei warst. Ich freue mich schon darauf, dich in der nächsten Folge wieder an Bord begrüßen zu dürfen. Bis dahin, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und allzeit sichere Fahrt!