Alle Artikel Zum Übungsbogen 9

Artikel anhören

Übungsbogen 9: Navigation, Seemannschaft, Recht und Wetter – Dein Praxis-Guide für SKS-Prüflinge

Hallo, liebe Seglerinnen und Segler! Willkommen zurück an Bord unseres virtuellen Schulungssessels. Heute tauchen wir ein in ein weiteres spannendes Kapitel, das euch fit macht für die SKS-Prüfung und vor allem für die sichere Fahrt auf See. Stellt euch vor, ihr seid gerade auf eurem Schiff, die Sonne steht tief, und ihr habt eine lange Nachtfahrt vor euch. Oder vielleicht liegt ihr sicher in einer Bucht vor Anker, aber der Wind dreht und die Wellen werden ungemütlich. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig das Wissen ist, das wir heute gemeinsam durchgehen. Wir sprechen über die Feinheiten der Navigation, über clevere Seemannschaft, die euch aus der Patsche hilft, über die Spielregeln auf See und natürlich über das Wetter, das uns Seglern immer wieder neue Herausforderungen stellt. Lehnen wir uns also zurück, oder besser gesagt, machen wir uns bereit zum Ablegen!

Navigation: Augen und Ohren auf See

Beginnen wir mit der Navigation, denn ohne zu wissen, wo wir sind und wohin wir wollen, sind wir nur Passagiere unseres eigenen Schicksals.

Stellt euch vor, ihr nähert euch bei Dunkelheit einer engen Fahrrinne. Vor euch seht ihr auf eurem Radarbildschirm zwei Echos, die verdächtig nah beieinander liegen. Sind das zwei Tonnen oder doch zwei Molenköpfe? Wenn die Echos ineinanderlaufen und ihr sie nicht richtig auseinanderhalten könnt, ist das ein Problem. Was tun wir in so einer Situation? Ganz einfach: Wir wählen eine kurze Impulslänge an unserem Radargerät. Das ist wie beim Sehen: Wenn ihr etwas aus der Ferne scannen wollt, nimmt das Auge alles auf. Wollt ihr aber Details erkennen, müsst ihr näher herangehen oder den Fokus schärfen. Eine kurze Impulslänge bedeutet, dass der Radarstrahl kürzer ausgesendet wird und somit eine höhere Auflösung hat. Die Echos werden präziser dargestellt. Zusätzlich können wir den Messbereich verkleinern. Das bringt die Objekte näher an uns heran und wir können sie besser auf dem Bildschirm voneinander unterscheiden. So wird aus einem undefinierbaren Brei auf dem Radarbild eine klare Darstellung zweier separater Objekte.

AIS: Dein unsichtbarer Wachmann auf See

Apropos Radar: Da ist noch etwas, das uns im modernen Zeitalter enorm hilft – das AIS, das Automatische Identifikationssystem. Es ist wie ein unsichtbarer Wachmann, der dir permanent sagt, wer um dich herum ist. Stell dir vor, du segelst bei Nacht durch die Elbmündung. Um dich herum ist Dunkelheit, nur die Positionslichter anderer Schiffe sind zu sehen. Doch auf deinem Plotter siehst du viel mehr: Namen, Kurse, Geschwindigkeiten aller Schiffe in der Nähe. Das ist AIS. Jedes ausgerüstete Schiff sendet automatisch seine Daten, und du empfängst sie in Echtzeit.

Aber hier kommt der Knackpunkt, besonders für uns Sportschiffer: Sportfahrzeuge werden auf den Radargeräten anderer Schiffe oft nicht sicher angezeigt. Sie sind klein, haben wenig Radarreflexionsfläche und gehen im sogenannten Seegangsclutter – also dem Echo der Wellen – oder einfach in der Informationsfülle unter. Früher war das schon ein Problem. Heute aber wird es noch kritischer, denn viele große Schiffe stellen die AIS-Daten direkt in ihr Radargerät ein. Wenn sie dann ein Sportfahrzeug ohne AIS sehen, das nur als kleines Radarecho erscheint, kann es passieren, dass dieses Echo im Vergleich zu den klaren AIS-Zielen noch weniger Beachtung findet oder sogar ignoriert wird. Die Gefahr, übersehen zu werden, steigt für uns Sportschiffer, wenn wir selbst kein AIS an Bord haben. Deshalb ist AIS für uns ein immer wichtigeres Sicherheitsfeature. Es macht uns sichtbar, wo Radar an seine Grenzen stößt.

Die Sichtweite eines Leuchtfeuers: Mehr als nur Licht

Wenn wir schon bei der Nachtfahrt sind, reden wir über Leuchtfeuer. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum ein Leuchtfeuer, das angeblich 20 Seemeilen weit leuchtet, manchmal viel früher aus der Kimm auftaucht, als ihr erwartet? Das liegt an der Sichtweite eines Feuers. Sie ist die Entfernung, auf die ein Leuchtfeuer über die Erdkrümmung, also die Kimm, hinweg vom Beobachter gesehen werden kann. Und wovon hängt diese Sichtweite ab? Von zwei entscheidenden Faktoren: der Feuerhöhe und der Augeshöhe des Beobachters. Je höher das Leuchtfeuer steht und je höher ihr selber euch über dem Wasser befindet, desto weiter könnt ihr über die Kimm hinweg sehen und desto früher taucht das Licht am Horizont auf. Ein Leuchtturm auf einem hohen Felsen ist daher viel früher zu sehen als ein gleich starkes Laternenlicht auf einer Tonne, besonders wenn ihr selbst in einem kleinen Boot sitzt.

Immer up to date: Die Bekanntmachungen für Seefahrer

Doch die See ist ständig in Bewegung, und das gilt auch für die Informationen, die wir zum Navigieren brauchen. Tonnen werden verlegt, Wracks entstehen, neue Fahrwasser werden eingerichtet. Wie bleiben wir da auf dem Laufenden? Mit den Bekanntmachungen für Seefahrer, kurz BfS. Diese wichtigen Mitteilungen werden von den zuständigen Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes beziehungsweise der Länder veröffentlicht. Sie umfassen alle wichtigen Maßnahmen und Ereignisse, die die Sicherheit auf den Seeschifffahrtsstraßen und in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands betreffen. Kurz gesagt: Die BfS sind euer tägliches Update zur Seekarte. Bevor ihr in See stecht, solltet ihr immer einen Blick darauf werfen, um sicherzustellen, dass eure Navigationsunterlagen noch aktuell sind.

Besteckversetzung: Wo bin ich wirklich?

Manchmal stimmt unser geplanter Kurs nicht ganz mit der Realität überein. Wind und Strom können uns von unserem Koppelkurs abdrängen. Hier kommt die Besteckversetzung, kurz BV, ins Spiel. Sie ist die Richtung und die Entfernung, gemessen in Seemeilen, vom Koppelort zu dem tatsächlich beobachteten Ort, und zwar bezogen auf den gleichen Zeitpunkt. Stell dir vor, du hast akribisch deinen Kurs berechnet und deinen Koppelort eingezeichnet. Dann machst du eine Kreuzpeilung oder schaust aufs GPS und stellst fest: Du bist nicht da, wo du dachtest zu sein. Der Unterschied zwischen deinem berechneten Ort und deinem tatsächlichen Ort ist die Besteckversetzung. Sie zeigt dir, wie weit und in welche Richtung du vom Wind oder Strom versetzt wurdest. Ein wichtiges Instrument, um den Überblick zu behalten und die Abdrift zu verstehen.

Nachtfahrten: Vorbereitung ist alles

Gerade bei Nachtfahrten ist eine gute Vorbereitung das A und O. Bevor die Dunkelheit hereinbricht, solltest du einige Dinge erledigen: Kurse und Kursänderungspunkte möglichst vorausbestimmen. Das heißt, du planst deine Strecke genau durch und markierst, wo du abbiegen musst. Untiefen und Hindernisse in der Karte besonders kennzeichnen. Nichts ist unangenehmer, als in der Dunkelheit auf eine unbekannte Gefahr zu stoßen. Achte darauf, welche Leuchtfeuer wann und wo in der Kimm erscheinen. Das hilft dir, deine Position zu überprüfen und den Überblick zu behalten. Und ganz wichtig: Die Wegstrecke nach unbefeuerten Tonnen absuchen. Diese kleinen, dunklen Objekte können in der Nacht zu echten Gefahren werden. Eine gute Planung nimmt dir viel Stress und erhöht die Sicherheit enorm.

Kompass und Rechtweisung: Der Weg zur wahren Nord

Unser Kompass ist unser treuester Begleiter, aber er zeigt uns nicht immer direkt die wahre Nordrichtung an. Hier müssen wir den Magnetkompasspeilung, kurz MgP, in eine rechtweisende Peilung, kurz rwP, umrechnen. Wie machen wir das? Zuerst entnimmst du die Ablenkung (Abl) für den anliegenden Magnetkompasskurs (MgK) aus der Steuertafel, auch Ablenkungstabelle genannt. Das ist eine Tabelle, die die Abweichung deines Kompasses durch die magnetischen Felder an Bord für verschiedene Kurse angibt. Mit dieser Ablenkung erhältst du den missweisenden Kurs, kurz mwK. Nun kommt die Missweisung (Mw) ins Spiel, die du für das aktuelle Jahr und deine Region aus der Seekarte entnimmst. Sie ist die natürliche Abweichung zwischen dem magnetischen Nordpol und dem geografischen Nordpol. Wenn du diese Missweisung anwendest, hast du endlich die rechtweisende Peilung, die dir die wahre Richtung zur Nord anzeigt. Es ist ein bisschen wie eine Übersetzung, um von der Sprache deines Kompasses zur universellen Sprache der Seekarte zu gelangen.

Wassertiefe und Niedrigwasser: Achtung vor Überraschungen

Beim Loten der Wassertiefe ist Vorsicht geboten, besonders wenn die Gezeiten eine Rolle spielen. Was passiert, wenn du die Wassertiefe außerhalb der Niedrigwasserzeit lotest? Ganz einfach: Beim folgenden Niedrigwasser wird die Wassertiefe geringer sein als zum Zeitpunkt deiner Lotung. Das ist elementar wichtig, denn eine Lotung bei Hochwasser kann dir eine trügerische Sicherheit vorgaukeln. Immer im Hinterkopf behalten: Die Angaben in den Seekarten beziehen sich in der Regel auf das Kartennull, also das niedrigstmögliche Gezeitenniveau. Wenn du also die aktuelle Wassertiefe misst, musst du immer die Gezeitenkorrektur beachten, um nicht bei Ebbe auf Grund zu laufen.

GPS: Dein präzises Auge im All

Und zu guter Letzt in der Navigation: Das GPS, das Global Positioning System. Was ist sein Grundprinzip? Es ist faszinierend einfach und doch so präzise: Durch Laufzeitmessungen von GPS-Signalen vom Satelliten zum Empfänger und damit durch Abstandsmessungen zu den Satelliten wird deine Ortsbestimmung ermöglicht. Dein GPS-Empfänger an Bord empfängt Signale von mindestens vier Satelliten, berechnet die Zeit, die die Signale gebraucht haben, um von den Satelliten zu dir zu gelangen, und kann so über die Lichtgeschwindigkeit den Abstand zu jedem Satelliten bestimmen. Aus diesen Abständen zu mehreren Satelliten kann er dann deine genaue Position auf der Erde berechnen. Ein Wunderwerk der Technik, das uns die Navigation so viel einfacher gemacht hat!

Schifffahrtsrecht: Die Spielregeln auf See

Nachdem wir uns sicher navigiert haben, kommen wir zu den Spielregeln auf See – dem Schifffahrtsrecht. Denn auch auf dem Wasser gibt es klare Vorschriften, um Kollisionen zu vermeiden und ein sicheres Miteinander zu gewährleisten.

Begegnung in der Nacht: Das giertende Maschinenfahrzeug

Stellt euch vor, ihr seid nachts auf eurem Segelfahrzeug unter Motor unterwegs. Fast recht voraus seht ihr ein näher kommendes Fahrzeug mit einer besonderen Lichterführung: oben ein weißes Licht, seitlich darunter ein grünes Licht, und zeitweise rechts von dem grünen Licht auf gleicher Höhe auch ein rotes Licht. Was ist da los? Dieses zeitweise auftauchende rote Licht neben dem grünen deutet darauf hin, dass das Fahrzeug giert, also durch Seegang oder schlechtes Steuern von seinem Kurs abweicht. Es handelt sich um ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 Metern Länge.

In dieser Situation müssen wir annehmen, dass sich zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen nähern und die Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Die Regel ist klar: Beide Fahrzeuge müssen den Kurs nach Steuerbord ändern und dies durch einen kurzen Ton anzeigen. Auch wenn ihr ein Segelfahrzeug unter Motor seid und das andere Schiff ein Maschinenfahrzeug ist, ist hier die Kollisionsverhütungsregel für sich entgegenkommende Maschinenfahrzeuge anzuwenden, da beide als Maschinenfahrzeuge gelten und die Situation eine unmittelbare Gefahr birgt. Sicherheit geht vor!

Alkohol am Ruder: Klare Grenzen

Kommen wir zu einer ganz wichtigen Regel, die die Sicherheit von uns allen betrifft: Alkohol am Ruder. Die Verordnung zu den KVR (Kollisionsverhütungsregeln) ist hier eindeutig: Ihr dürft keine 0,25 Milligramm pro Liter oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut haben, wenn ihr ein Fahrzeug führt oder als Mitglied der Crew Brückendienst ausübt. Das ist eine klare Grenze, die für eure eigene Sicherheit und die Sicherheit aller anderen auf See unbedingt einzuhalten ist.

Behinderungsverbot: Wo Vorsicht geboten ist

Auf See gibt es Bereiche, in denen wir als Sportboote besondere Rücksicht nehmen müssen. Wo unterliegt euer Segelfahrzeug oder eure Motoryacht unter 20 Metern Länge einem Behinderungsverbot? Das ist zum einen in engen Fahrwassern der Fall und zum anderen auf dem Einbahnweg eines Verkehrstrennungsgebietes (VTG) gegenüber Maschinenfahrzeugen, die sich im VTG befinden. In diesen Bereichen haben die großen Schiffe, die oft nur schwer manövrierbar sind, absoluten Vorrang. Wir müssen sie nicht nur nicht behindern, sondern ihnen aktiv ausweichen.

Fahrwasser: Die Autobahnen der See

Was sind eigentlich Fahrwasser im Sinne der SeeSchStrO (Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung)? Fahrwasser sind die Teile der Wasserflächen, die durch Tonnen, also laterale Zeichen, begrenzt oder gekennzeichnet sind. Oder, falls das nicht der Fall ist, sind es die Bereiche, die auf den Binnenwasserstraßen für die durchgehende Schifffahrt bestimmt sind. Stellt euch das wie die Autobahnen auf dem Wasser vor. Hier gelten besondere Regeln, und wir müssen uns an sie halten, um einen reibungslosen Verkehrsfluss zu gewährleisten.

Vorfahrt haben: Recht, aber keine Pflicht zum Crash

Der Begriff "Vorfahrt haben" ist oft missverstanden. Er gilt nur für ein im Fahrwasser fahrendes oder dem Fahrwasserverlauf folgendes Fahrzeug. Das bedeutet, dass andere Fahrzeuge, die in das Fahrwasser einlaufen wollen, dort drehen oder an- und ablegen wollen, mit ihrem Vorhaben warten müssen, bis das vorfahrtberechtigte Fahrzeug vorüber ist. Aber ganz wichtig: "Vorfahrt haben" bedeutet nicht: Vorfahrt erzwingen! Im Gegenteil: Gegebenenfalls muss auch ein vorfahrtberechtigtes Fahrzeug Maßnahmen ergreifen, um eine drohende Kollision zu verhindern. Die oberste Regel auf See ist immer die Kollisionsverhütung.

Ablegen aus dem Ankerplatz: Rücksicht im Fahrwasser

Wenn ihr euren Ankerplatz oder Liegeplatz verlassen und ins Fahrwasser einlaufen wollt, müsst ihr euch richtig verhalten. Ein Fahrzeug, das den Ankerplatz oder Liegeplatz verlässt, muss die Vorfahrt der Fahrzeuge im Fahrwasser beachten. Das heißt, es muss warten, bis das Fahrwasser frei ist. Und ganz wichtig: Ihr müsst rechtzeitig durch euer Fahrverhalten erkennen lassen, dass ihr warten werdet. Signalisieren ist hier entscheidend, um Missverständnisse und gefährliche Situationen zu vermeiden.

Seeunfall: Was tun, wenn es passiert ist?

Niemand wünscht es sich, aber Unfälle können passieren. Was müsst ihr nach einem Seeunfall veranlassen? Ihr müsst den Seeunfall unverzüglich der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung melden. Wie kann das umgesetzt werden? In einem deutschen Einlaufhafen könnt ihr dies über die Wasserschutzpolizei veranlassen, und im Ausland über die zuständigen Hafenbehörden. Die Meldung ist wichtig, um aus Fehlern zu lernen und zukünftige Unfälle zu vermeiden.

Seemannschaft: Klugheit an Bord

Nach den Regeln widmen wir uns der Seemannschaft – dem praktischen Wissen und Können, das euch zu guten Skippern macht.

Strom und Log: Die wahre Fahrt über Grund

Stellt euch vor, ihr seid unterwegs und habt mit Strom zu kämpfen. Wie wirkt sich mitlaufender Strom auf die Fahrt eures Fahrzeugs und die Loganzeige aus? Der Strom erhöht die Fahrt über Grund. Das ist gut, denn ihr kommt schneller voran. Aber Achtung: Das Log, das eure Fahrt durchs Wasser misst, zeigt dies nicht an. Das Log misst nur die Geschwindigkeit, mit der sich euer Schiff durch das umgebende Wasser bewegt. Wenn das Wasser selbst strömt, wird diese Strömung vom Log nicht erfasst. Deshalb kann es sein, dass euer Log nur 4 Knoten anzeigt, ihr aber wegen des mitlaufenden Stroms mit 6 Knoten über Grund fahrt. Wichtig ist, das zu wissen, um eure Ankunftszeit richtig zu kalkulieren.

Mensch über Bord: Der Ernstfall

Ein absoluter Ernstfall auf See ist der Mensch-über-Bord-Fall (MOB). Hier sind schnelle und richtige Schritte entscheidend. Die grundsätzlichen Schritte und ihre Ziele zur Rettung einer über Bord gegangenen Person sind: Zuerst die Maschine starten, um manövrierfähig zu sein. Dann sofort die Suche einleiten und die ganze Crew einbinden, um schnellstmöglich Sichtkontakt zur über Bord gegangenen Person herzustellen. Ist der Kontakt hergestellt, leitet ihr das Mensch-über-Bord-Manöver ein, um euch der Person sicher zu nähern. Ziel ist die Annäherung an die im Wasser treibende Person und die Herstellung einer ersten Leinenverbindung. Danach kommt die Bergung, also das sichere und schnelle Anbordnehmen der Person. Unmittelbar danach ist Erste Hilfe zu leisten und die Person zu betreuen. Und falls nötig, solltet ihr einen Notalarm abgeben, um weitere Hilfe anzufordern. Jeder dieser Schritte muss sitzen, denn hier geht es um Menschenleben.

Seeklarmachen: Die Checkliste vor der Reise

Bevor ihr in See stecht, ist das Seeklarmachen entscheidend. Was muss vor Reisebeginn alles überprüft und beachtet werden? Denkt an diese Punkte:

  1. Die Seetüchtigkeit der Yacht: Ist alles in Ordnung, strukturell und technisch?
  2. Die Zahl und der Zustand der Segel: Habt ihr Ersatzsegel dabei, sind alle Segel intakt?
  3. Der Treibstoffvorrat: Genug Sprit für Motorfahrten und Reserven?
  4. Die Navigationsunterlagen: Sind sie aktuell und vollständig?
  5. Die Sicherheitseinweisung der Besatzung: Jeder muss wissen, was im Notfall zu tun ist.
  6. Die Rettungsmittel: Sind Schwimmwesten, Rettungsinsel, Signalmittel griffbereit und funktionsfähig?
  7. Seenotsignale: Vollständig und gültig?
  8. Trinkwasser- und Proviantvorräte: Genug für die geplante Reise und Reserven?
  9. Die Funktionsfähigkeit des Motors: Läuft er zuverlässig?
  10. Die Funktionsfähigkeit der elektronischen Navigationsgeräte: GPS, Plotter, Radar – alles getestet?
  11. Lenzeinrichtungen: Sind die Pumpen frei und funktionstüchtig?
  12. Feuerlöscher: Sind sie gefüllt und an den richtigen Stellen?
  13. Boots- und Personalpapiere: Alles Wichtige dabei?
  14. Die Betriebsfähigkeit der UKW-Seefunkanlage: Funkcheck gemacht?

Eine sorgfältige Checkliste ist euer bester Freund, um nichts zu vergessen.

Sinkendes Schiff: Bleiben, bis es nicht mehr geht

Im Notfall, wenn euer Schiff sinkt, mag es paradox klingen, aber: Ein sinkendes Schiff sollte im Notfall so spät wie möglich verlassen werden. Warum? Die Überlebensmöglichkeiten sind auf dem Schiff größer. Es bietet Schutz vor den Elementen, ist besser zu orten und bietet eine stabilere Plattform. Der Einstieg in das Rettungsfloß und der Aufenthalt darin können sehr schwierig sein, besonders bei rauer See. Oft ist das Schiff der beste Rettungsring, den ihr habt, bis Hilfe eintrifft.

Ankerplatz: Schutz und Raum zum Schwojen

Die Auswahl des richtigen Ankerplatzes ist Seemannschaft pur. Was müsst ihr bei der Auswahl eines Ankerplatzes beachten? Der Ankerplatz sollte Schutz vor Wind und Wellen bieten. Das ist das Wichtigste, um eine ruhige Nacht zu haben und nicht auf Drift zu gehen. Außerdem müsst ihr auf ausreichenden Platz zum Schwojen achten. Schwojen ist die Bewegung, die euer Schiff im Kreis um den Anker macht, wenn Wind oder Strom drehen. Und genau deshalb solltet ihr auch mögliche Winddrehungen einplanen. Ein sicherer Ankerplatz ist immer ein Kompromiss aus Schutz, Wassertiefe und ausreichendem Schwojraum.

Begegnung mit großen Schiffen: Respekt und Vorsicht

Wenn ein großes Schiff auf euer Sportboot zukommt, solltet ihr stets größte Vorsicht walten lassen. Was müsst ihr bedenken?

  • Die Manövrierfähigkeit der großen Schiffe ist ganz anders als eure. Sie haben größere Drehkreise und viel längere Stoppstrecken. Was für euch ein Klacks ist, kann für sie ein riesiger Aufwand sein.
  • Die Sicht des anderen Fahrzeugs kann eingeschränkt sein, insbesondere nach voraus. Der Kapitän sitzt hoch oben und hat oft einen großen "toten Winkel" direkt vor dem Bug.
  • Es besteht die Möglichkeit des Übersehenwerdens, weil ihr euch im Radarschatten befindet oder einfach zu klein seid, um auf dem Radar der Großen aufzufallen.
  • Die Beeinträchtigung durch Bugwellen eines großen Schiffes kann euer kleines Boot ordentlich durchschütteln und sogar gefährlich werden.
  • Es kann zu einer möglichen Beeinträchtigung der Manövrierfähigkeit des eigenen Bootes durch Windabdeckung kommen, wenn das große Schiff euch den Wind wegnimmt.

Kurz gesagt: Haltet Abstand und seid äußerst aufmerksam.

Reparaturen an Bord: Der mobile Werkzeugkasten

An Bord zu sein bedeutet, auch mal selbst Hand anlegen zu müssen. Für welche unterschiedlichen Reparaturbereiche solltet ihr Ersatzteile und Werkzeug an Bord haben? Denkt an:

  • Segelreparaturen: Nähzeug, Klebeband, Segeltuch.
  • Reparaturen an Rumpf und Rigg: Harz, Spachtel, Draht, Schäkel, Takelgarn.
  • Motorreparaturen: Ersatzfilter, Keilriemen, Impeller, Dichtungen.
  • Elektroreparaturen: Sicherungen, Kabel, Klemmen, Multimeter.
  • Reparaturen an Schlauchleitungen: Schellen, Dichtband, Ersatzschläuche.

Ein gut sortierter Werkzeugkasten und ein paar grundlegende Ersatzteile können euch vor großen Problemen bewahren.

Krängung und Versetzung: Der Wind als Feind

Warum wird die Versetzung einer Yacht durch den Wind mit zunehmender Krängung größer? Das liegt an der Hydrodynamik. Wenn die Yacht krängt, also sich zur Seite neigt, verkleinert sich der Lateralplan. Der Lateralplan ist die Fläche des Unterwasserschiffs, die dem seitlichen Widerstand des Wassers entgegenwirkt. Wenn diese Fläche kleiner wird, verringert sich der seitliche Widerstand des Schiffes im Wasser. Der Wind kann das Schiff dann leichter seitlich versetzen, da der Widerstand im Wasser geringer ist. Deshalb ist es wichtig, die Krängung zu kontrollieren, um nicht unnötig abgetrieben zu werden.

Propeller und Elektrolyse: Der Schutz des Metalls

Auf Kunststoffyachten gibt es ein kleines, aber wichtiges Detail, das oft übersehen wird: Wie schützt man den Propeller gegen Elektrolyse? Die Antwort ist eine Zinkanode auf der Propellerwelle. Elektrolyse ist ein elektrochemischer Prozess, bei dem unedlere Metalle "geopfert" werden, um edlere Metalle zu schützen. Da der Propeller oft aus Bronze oder Edelstahl besteht, kann er in Verbindung mit anderen Metallen im Salzwasser korrodieren. Die Zinkanode ist ein unedleres Metall und wird quasi "aufgefressen", bevor der Propeller Schaden nimmt. Sie ist euer kleiner, opferbereiter Held unter Wasser.

Wetterkunde: Die Sprache des Himmels verstehen

Zum Abschluss unseres Kapitels wenden wir uns dem Wetter zu. Als Segler sind wir den Elementen ausgesetzt, und wer das Wetter versteht, ist sicherer und entspannter unterwegs.

Wind: Bewegte Luft durch Druckunterschiede

Was ist Wind und wie entsteht er? Ganz einfach: Wind ist bewegte Luft. Und diese Bewegung entsteht durch Druckunterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die Luft strömt immer von einem Gebiet höheren Drucks zu einem Gebiet niedrigeren Drucks, um einen Ausgleich zu schaffen. Je größer der Druckunterschied auf eine bestimmte Distanz ist, desto stärker weht der Wind. Es ist wie ein Ausgleichsströmung, die ständig um uns herum stattfindet.

Warum der Wind nicht parallel zu den Isobaren weht

Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, warum der Wind auf einer Wetterkarte nicht genau parallel zu den Isobaren, also den Linien gleichen Luftdrucks, weht. Die Begründung ist die Bodenreibung. Durch die Reibung an der Erdoberfläche und dem Wasser wird der Wind abgebremst. Diese Verlangsamung führt dazu, dass der Wind nicht mehr exakt dem Druckgradienten folgt, sondern auf der Nordhalbkugel rückgedreht wird, also gegen den Uhrzeigersinn von den Isobaren abweicht. Auf See ist dieser Effekt geringer als über Land, aber er ist immer vorhanden und beeinflusst die Windrichtung.

Seewind: Die Brise vom Meer

Am Tage kann man oft eine angenehme Brise vom Meer spüren, den sogenannten Seewind. Wodurch und wie entsteht er? Das Land erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung tagsüber stärker als das Wasser. Über dem nun wärmeren Land steigt die erwärmte Luft auf. Das dabei entstehende Bodentief wird durch die kühlere Luft vom Meer, den Seewind, aufgefüllt. Es ist ein lokales Zirkulationssystem, das oft für eine willkommene Kühlung an heißen Tagen sorgt und uns Seglern einen schönen, beständigen Wind beschert.

Sichtreduktion im Mittelmeer: Saharastaub

Im Mittelmeerraum können uns manchmal ungewöhnliche Phänomene begegnen, die die Sicht stark reduzieren. Wodurch kann es dort in besonderen Fällen zur Sichtreduktion kommen? Bei bestimmten Wetterlagen kann mit der Luftmasse transportierter Saharastaub die Sicht stark vermindern. Der feine Staub aus der Sahara wird von starken Winden in die Atmosphäre gehoben und über weite Strecken bis ins Mittelmeer getragen. Das Ergebnis ist ein gelblich-bräunlicher Himmel und eine stark eingeschränkte Sicht, die man nicht unterschätzen sollte.

Seegang bei auflandigem Wind: Brecher und Grundseen

Zum Abschluss schauen wir uns den Seegang an, besonders wenn wir küstennah bei auflandigem Wind unterwegs sind. Welchen Seegang müsst ihr erwarten? Der Seegang wird ähnlich ausgeprägt sein wie auf der freien See, da genügend Fetch, also Windwirklänge, vorhanden ist. Das bedeutet, die Wellen können sich trotz Küstennähe gut aufbauen. Aber hier kommt die zusätzliche Gefahr: Dort, wo das Wasser flacher wird, oder im Bereich von Untiefen, müsst ihr mit Brechern und Grundseen rechnen. Brecher entstehen, wenn die Welle auf eine Wassertiefe trifft, die weniger als das Eineinhalbfache ihrer Höhe beträgt. Die Welle wird steiler, bricht und kann euer Boot mit voller Wucht treffen. Grundseen sind ähnliche Phänomene, die durch die Verformung der Wellen über Untiefen entstehen. Beides kann sehr gefährlich werden und erfordert höchste Aufmerksamkeit.

Fazit: Wissen ist eure Sicherheit

So, liebe Seglerinnen und Segler, da haben wir es. Ein weiteres Kapitel voller wichtiger Informationen für eure SKS-Prüfung und für eure Praxis auf See. Wir haben heute gelernt, wie wir unser Radar richtig einstellen, warum AIS so wichtig ist, wie man sich auf Nachtfahrten vorbereitet und wie man die wahre Nordrichtung findet. Wir haben die Regeln für Begegnungen auf See und die Promillegrenzen wiederholt, über Fahrwasser und Vorfahrt gesprochen und gelernt, was nach einem Seeunfall zu tun ist. Bei der Seemannschaft ging es um den Ernstfall Mensch-über-Bord, die akribische Vorbereitung vor dem Ablegen, die Vorsicht bei großen Schiffen und die Wichtigkeit eines gut sortierten Werkzeugkastens an Bord. Und schließlich haben wir die Geheimnisse des Windes, des Seewindes und die Gefahren von Saharastaub und Brechern entschlüsselt.

All dieses Wissen mag auf den ersten Blick viel erscheinen, aber es sind die Bausteine eurer Sicherheit und eurer Freude am Segeln. Jedes Detail hilft euch, die See besser zu verstehen, Gefahren zu erkennen und souverän zu handeln. Bleibt neugierig, übt weiter und seid immer wachsam. Ich freue mich schon auf unser nächstes Kapitel! Bis dahin, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und viel Erfolg bei eurer Vorbereitung!

Übungsfragen zu diesem Bogen

30 Fragen aus Navigation, Schifffahrtsrecht, Seemannschaft und Wetterkunde

Kurzantwort
Entfernung, auf die ein Leuchtfeuer sichtbar ist Sichtweite hängt von Feuerhöhe und Augeshöhe ab.
Musterantwort
Sichtweite ist die Entfernung, auf die ein Leuchtfeuer über die Erdkrümmung (Kimm) hinweg vom Beobachter gesehen werden kann. Sie hängt ab von der Feuerhöhe und von der Augeshöhe des Beobachters.
Kurzantwort
werden von Wasser- und Schifffahrtsverwaltung veröffentlicht - Maßnahmen und Ereignisse auf Seeschifffahrtsstraßen
Musterantwort
Die BfS werden von den jeweils zuständigen Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bzw. der Länder veröffentlicht. Sie enthalten alle wichtigen Maßnahmen und Ereignisse auf den Seeschifffahrtsstraßen und der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands.
Kurzantwort
Richtung und Entfernung vom Koppelort zum beobachteten Ort zum gleichen Zeitpunkt.
Musterantwort
Richtung ( rw ) und Entfernung (in sm) vom Koppelort (O k ) zum beobachteten Ort (O b ), bezogen auf den gleichen Zeitpunkt.
Kurzantwort
Kurse bestimmen, Untiefen/Hindernisse hervorheben, Leuchtfeuer-Sichtbarkeit prüfen, Wegstrecke checken
Musterantwort
Kurse und Kursänderungspunkte möglichst vorausbestimmen, Untiefen und Hindernisse in der Karte besonders kennzeichnen, in der Seekarte markieren, welche Leuchtfeuer wann und wo in der Kimm erscheinen und Wegstrecke nach unbefeuerten Tonnen absuchen.
Kurzantwort
Ablenkung (Abl) aus Steuertafel für MagnetkompassKurs (MgK) entnehmen, mwK ermitteln, Mw von Seekarte für das laufende Jahr anwenden
Musterantwort
Abl für den anliegenden MgK (Magnetkompasskurs) aus der Steuertafel (Ablenkungstabelle) entnehmen; an den so erhaltenen mwK (missweisenden Kurs) die für das laufende Jahr der Seekarte entnommene Mw anbringen.
Kurzantwort
Beim folgenden Niedrigwasser wird die Wassertiefe geringer sein
Musterantwort
Beim folgenden Niedrigwasser wird die Wassertiefe geringer sein als zum Zeitpunkt der Lotung.
Kurzantwort
Laufzeitmessung von GPS-Signalen, Abstandsmessung zu Satelliten, Ortsbestimmung.
Musterantwort
Durch Laufzeitmessungen von GPS-Signalen vom Satelliten zum Empfänger und damit durch Abstandsmessungen zu den Satelliten wird die Ortsbestimmung ermöglicht.
Kurzantwort
Kurze Impulslänge. Messbereich verkleinern.
Musterantwort
Kurze Impulslänge wählen. Messbereich verkleinern.
Kurzantwort
Sportfahrzeuge oft schlecht sichtbar auf Radar. AIS-Daten im Radarbild anderer Schiffe können Sportfahrzeuge ohne AIS noch unauffälliger machen.
Musterantwort
Sportfahrzeuge werden häufig auf den Radargeräten anderer Schiffe nicht sicher angezeigt bzw. die Anzeigen gehen im Seegangsclutter oder in der Informationsfülle unter. Da jetzt auf vielen Schiffen die AIS-Daten zusätzlich im Radar dargestellt werden, besteht die Gefahr, dass Sportfahrzeuge noch weniger auffällig sind, wenn sie nicht selbst mit AIS ausgerüstet sind.
Kurzantwort
0,5 Promille
Musterantwort
0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.
Kurzantwort
Es handelt sich um ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge. Beide Fahrzeuge müssen den Kurs nach Steuerbord ändern und das durch einen kurzen Ton anzeigen.
Musterantwort
Es handelt sich um ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge, das im Seegang oder durch schlechtes Steuern giert. Man muss annehmen, dass sich zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen nähern und die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Beide Fahrzeuge müssen den Kurs nach Steuerbord ändern und dieses durch einen kurzen Ton anzeigen.
Kurzantwort
In engen Fahrwassern und in Verkehrstrennungsgebieten.
Musterantwort
In engen Fahrwassern, auf dem Einbahnweg eines Verkehrstrennungsgebietes ( VTG ) gegenüber Maschinenfahrzeugen im VTG.
Kurzantwort
durch Tonnen begrenzte Wasserflächen oder für Schifffahrt bestimmte Bereiche.
Musterantwort
Fahrwasser sind die Teile der Wasserflächen, die durch Tonnen (laterale Zeichen) begrenzt oder gekennzeichnet sind oder die, soweit das nicht der Fall ist, auf den Binnenwasserstraßen für die durchgehende Schifffahrt bestimmt sind.
Kurzantwort
Im Fahrwasser fahrendes oder folgendes Fahrzeug hat Vorfahrt bedeutet, dass Schiffe, die bereits im Fahrwasser sind, Vorrang vor anderen haben, die ein- oder ausfahren wollen. Trotz Vorfahrt sollten sie jedoch mögliche Kollisionen vermeiden. bedeutet aber nicht: Vorfahrt erzwingen
Musterantwort
"Vorfahrt haben" gilt nur für ein im Fahrwasser fahrendes oder dem Fahrwasserverlauf folgendes Fahrzeug. Das bedeutet, dass andere Fahrzeuge, die in das Fahrwasser einlaufen wollen, dort drehen oder an- und ablegen wollen, mit diesem Vorhaben warten müssen, bis das vorfahrtberechtigte Fahrzeug vorüber ist. "Vorfahrt haben" bedeutet aber nicht: Vorfahrt erzwingen! Ggf. muss ein vorfahrtberechtigtes Fahrzeug Maßnahmen zur Verhinderung einer drohenden Kollision ergreifen.
Kurzantwort
muss warten, bis das Fahrwasser frei ist. Es muss durch sein Fahrverhalten signalisieren, dass es warten wird.
Musterantwort
Es muss die Vorfahrt der Fahrzeuge im Fahrwasser beachten, d. h. es muss warten, bis das Fahrwasser frei ist. Es muss rechtzeitig durch sein Fahrverhalten erkennen lassen, dass es warten wird.
Kurzantwort
Den Seeunfall der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung melden, im Inland über Wasserschutzpolizei oder im Ausland über Hafenbehörden.
Musterantwort
Den Seeunfall unverzüglich der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung melden. Das kann in einem deutschen Einlaufhafen auch über die Wasserschutzpolizei bzw. im Ausland über die zuständigen Hafenbehörden veranlasst werden.
Kurzantwort
bewegte Luft - entsteht durch Druckunterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten
Musterantwort
Wind ist bewegte Luft. Die Bewegung entsteht durch die Druckunterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten.
Kurzantwort
Bodenreibung verringert die Windgeschwindigkeit und lenkt ihn entgegen dem Uhrzeigersinn ab.
Musterantwort
Durch die Bodenreibung ist der Wind rückgedreht (gegen den Uhrzeigersinn).
Kurzantwort
Land erwärmt sich stärker als Wasser. Erwärmte Luft steigt über Land auf. Das dabei entstehende Bodentief wird durch Seewind aufgefüllt.
Musterantwort
Das Land erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung tagsüber stärker als das Wasser. Über Land steigt die erwärmte Luft auf. Das dabei entstehende Bodentief wird durch Seewind (Wind von See) aufgefüllt.
Kurzantwort
Saharastaub kann die Sicht stark reduzieren
Musterantwort
Bei bestimmten Wetterlagen kann mit der Luftmasse transportierter Saharastaub die Sicht stark vermindern.
Kurzantwort
Der Seegang wird ähnlich wie auf freier See sein, mit möglichen Brechern und Grundseen.
Musterantwort
Der Seegang wird ähnlich ausgeprägt sein wie auf der freien See, da genügend Fetch (Windwirklänge) vorhanden ist. Dort, wo das Wasser flacher wird, oder im Bereich von Untiefen muss mit Brechern und Grundseen gerechnet werden.
Kurzantwort
Segelreparaturen Rumpf und Rigg Motor Elektroreparaturen Schlauchleitungen
Musterantwort
Segelreparaturen, Reparaturen an Rumpf und Rigg, Motorreparaturen, Elektroreparaturen und Reparaturen an Schlauchleitungen.
Kurzantwort
der seitliche Widerstand des Schiffes verringert sich
Musterantwort
Der Lateralplan wird kleiner, dadurch verringert sich der seitliche Widerstand des Schiffes im Wasser.
Kurzantwort
Durch eine Zinkanode auf der Propellerwelle.
Musterantwort
Durch eine Zinkanode auf der Propellerwelle.
Kurzantwort
erhöht die Fahrt über Grund, wird aber nicht im Log angezeigt
Musterantwort
Der Strom erhöht die Fahrt über Grund. Das Log zeigt dies nicht an.
Kurzantwort
Maschine starten, Suche, Sichtkontakt herstellen, MOB Manöver, Annäherung und Bergung, Erste Hilfe, Betreuung und ggf. Notalarm.
Musterantwort
Maschine starten, Suche, Herstellung eines Sichtkontaktes zur über Bord gegangenen Person, "Mensch-über-Bord-Manöver", Annäherung an die im Wasser treibende Person und Herstellung einer ersten Leinenverbindung, Bergung, sicheres und schnelles Anbordnehmen der Person, Erste Hilfe, Betreuung, ggf. Notalarm abgeben.
Kurzantwort
Seetüchtigkeit, Segelzahl und -zustand, Treibstoff, Navigationsunterlagen, Sicherheitseinweisung, Rettungsmittel, Trinkwasser, Proviant, Navigationsgeräte prüfen, Feuerllscher, Papiere, UKW Anlage
Musterantwort
Seetüchtigkeit der Yacht, Zahl und Zustand der Segel, Treibstoffvorrat, Navigationsunterlagen, Sicherheitseinweisung der Besatzung, Rettungsmittel, Seenotsignale, Trinkwasser- und Proviantvorräte, Funktionsfähigkeit des Motors, Funktionsfähigkeit der elektronischen Navigationsgeräte, Lenzeinrichtungen, Feuerlöscher, Boots- und Personalpapiere, Betriebsfähigkeit der UKW-Seefunkanlage.
Kurzantwort
Bessere Überlebenschancen auf dem Schiff Schiff ist einfacher zu orten, Schwierigkeiten beim Einstieg ins Rettungsfloß
Musterantwort
Die Überlebensmöglichkeiten sind auf dem Schiff größer. Ein Schiff ist besser zu orten. Einstieg in das Rettungsfloß und Aufenthalt können sehr schwierig sein.
Kurzantwort
sollte Schutz vor Wind und Wellen bieten, ausreichend Platz zum Schwojen und Winddrehungen einplanen.
Musterantwort
Der Ankerplatz sollte Schutz vor Wind und Wellen bieten. Auf ausreichenden Platz zum Schwojen achten. Mögliche Winddrehungen einplanen.
Kurzantwort
Andere Manövrierfähigkeit Eingeschränkte Sicht Möglichkeit des Übersehenwerdens Beeinträchtigung durch Bugwellen Mögliche Beeinträchtigung der eigenen Manövrierfähigkeit durch Windabdeckung
Musterantwort
Andere Manövrierfähigkeit (größere Drehkreise, längere Stoppstrecken), u. U. eingeschränkte Sicht des anderen Fahrzeugs, insbesondere nach voraus, Möglichkeit des Übersehenwerdens, weil man sich im Radarschatten befindet, Beeinträchtigung durch Bugwellen des großen Schiffes, mögliche Beeinträchtigung der Manövrierfähigkeit des eigenen Bootes durch Windabdeckung.
Bogen 8 Bogen 10
Feedback